Abgetaucht
Mein 3 wöchiger Sommerurlaub neigte sich so langsam dem Ende zu
und die letzte geplante Session stand bevor. Udo, Thomas und Ich
wollten
es mal am Ems Seitenkanal in Papenburg versuchen. Da wir keinerlei Infos hatten
fuhren Thomas und Ich ersteinmal zum Angelladen nach ASD (Neptun) um Dennis ein
bißchen auszuquetschen, doch der machte uns alles andere als Mut. Sehr
schwieriges Gewässer, könnt froh sein wenn ihr überhaupt was fangt usw... Na
super dachten wir aber ließen uns von unserem Vorhaben nicht abbringen. Direkt
danach fuhren wir dann zum Kanal um uns einen Platz auszusuchen. Nach ca. 1
Stunde fanden wir dann "unseren" Platz. Schließlich musste der groß genug für 3
Leute sein da wir nicht zu weit auseinander sitzen wollten. Also das Futterboot
raus und ersteinmal gucken was Sache ist. Das Ufer bestand überall aus einer
Steinschüttung und fiel schnell auf 5 m ab, was somit auch gleich die tiefste
Stelle war.
(Zumindest den Bereich den wir loteten). Schnell war dann geklärt wie wir
fischen wollten. Eigenes Ufer und gegenüber, jeweils in und hinter der
Steinpackung. Danach losten Thomas und Ich die Plätze aus. Ergebnis: Udo rechts,
Ich links und Thomas zog das große Los und durfte die Mitte befischen. :)
Schnell fanden noch ein paar Boilies den Weg ins Wasser und danach gings ab nach
Hause Sachen packen. Am anderen Morgen trafen wir uns dann um 9 Uhr am Kanal, da
wir keine Lust hatten das Tackle in der brütenden Mittagshitze aufzubauen.
Thomas versuchte noch sein Zelt direkt am Ufer aufzubauen, jedoch vergeblich,
denn das Bestand überall aus kleinen Kieselsteinen. Also ging es einen ca. 5 m
hohen Wall hoch der als Weg rund um den Kanal diente. Thomas war begeistert:"
Hier Nachts im Dunkeln runter"?? Der Abhang war wirklich sehr steil aber NO RISK
NO FUN! Gegen Mittag waren wir dann endlich fertig und bevor die Montagen den
Weg ins Wasser fanden, machten wir uns erstmal in Ruhe was zu Essen. Gegen 16
Uhr legten wir dann die Ruten ab. Ich fischte 2 an der eigenen Kante und eine an
der anderen Seite. Thomas befischte das eigene Ufer, die Mitte und das
gegenüberliegende Ufer. Abends kam dann noch Udo zu Besuch, der sich seinen
Platz genauer angucken wollte, da er erst einen Tag später dazu stoßen würde.
Gespannt redeten wir darüber was uns hier wohl erwarten würde. Gegen 23 uhr fuhr
Udo dann wieder nach Hause und wir legten uns auch aufs Ohr. Morgens dann die
Ernüchterung- Nichts. Thomas hatte ein paar vereinzelte Pieper an seiner
Maisrute aber das
wars auch schon. Etwas enttäuscht machten wir uns dann erstmal Frühstück. Kaffee
und Pfannkuchen, bei uns beiden schon Tradition :) Dabei redeten wir darüber was
wir ändern sollten um doch noch zumindest einen Fisch zu bekommen. Thomas stieg
auf andere Köder um und ich guckte mir die Sache mal etwas genauer an. Flossen
und Taucherbrille auf und ab gings ins kühle Nass. Nach einigen Tauchgängen war
mir dann schnell klar wo das Problem lag. Der Grund war fast überall mit dichtem
Kraut überzogen das teilweise 40cm hoch wuchs.Selbst Pop ups würden hier
versinken. Also war für mich schnell klar das ich zumindest eine Rute
raustauche. Doch dies war leichter gesagt als getan. In 3 Metern Tiefe hatte man
nur ein paar Sekunden Zeit um die Montage abzulegen. Also waren mehrere
Tauchgänge notwendig damit die Montage wirklich perfekt lag. Außderdem musste
man darauf achten das man den Grund nicht zu sehr aufwirbelte. Irgendwann hatte
ich es dann endlich geschafft und es konnte wieder an Land gehen. Thomas konnte
ich leider nicht zum tauchen überreden und so überlegte er sich eine andere
Futtertaktik und
probierte es mit neuen Köder aus. Tagsüber tat sich leider nichts und somit
verbrachten wir die Zeit mit Rigs binden und lesen. Später kam Udo dann dazu und
wir bauten zusammen sein Tackle auf. Abends sassen wir dann in Udo`s zelt und
philosophierten über Gott und die Welt. Gegen 1 Uhr legten wir uns hin um
ausgeschlafen für den kommenden Drill zu sein :) Um halb 9 gab meine linke
Uferrute dann endlich den lang ersehnten Ton von sich. Also ab zur Rute!!
Zelttür aufgerissen und.... achja, da war ja was. 5 m steiler Abhang. Flink wie
eine Gazelle (so kam es mir zumindest vor :) ) hüpfte ich den Abhang runter und
schlug an. Yes, sitzt! Nach einem sehr harten Drill fand dann ein 26 Pfund
Graser den Weg in den Kescher. Ich war überglücklich, besonders weil sich meine
Arbeit gelohnt hatte. Denn es war die Rute, die ich rausgetaucht hatte! Somit
war für mich klar, die anderen 2 werden auch noch rausgetaucht. Gesagt getan,
gegen 16 uhr hatten ich alle 3 Ruten rausgetaucht. 1 an der eigenen Kante und 2
am gegenüberliegenden Ufer wobei mir Udo behilflich war. Er paddelte mit der
Rute im Boot rüber und gab mir die Montage an. Völlig geschafft und mit ner
Menge Wasser im Ohr ging es wieder an Land. Abends bestellten wir uns dann noch
eine Pizza und liessen den Abend bei einem Bier ausklingen.
Gegen 4 Uhr Morgens riss mich dann erneut meine Sounderbox aus dem Tiefschlaf und ich hüpfte runter zur Rute. Anhieb und der Drill konnte losgehen. Nach ca. 10 Minuten lag dann ein 18 Pfund Schuppi im Kescher. Da es noch Dunkel war kam er erstmal in den Karpfensack. Die Rute behielt ich an Land, da ich ungern im dunkeln mit meinem Futterboot fahre. Außerdem war der Spot ausser Wurfweite. Also ab ins Zelt und nochn bisschen schlafen. Zum einschlafen kam ich aber nich mehr denn ca. 20 Minuten danach pfiff meine rechte Rute ab. Während ich runter lief wurde aus einem Dauerton, vereinzelte Piepser und kurz darauf war Funkstille. Angekommen an der Rute wanderte mein Blick von der Rolle hoch zum Swinger bis hin zur Rutenspitze die etwas wackelte und die Schnur wanderte ganz langsam nach rechts. Der Fisch zog ohne Schnur zu nehmen nach rechts. Ich nahm die Rute hoch und schlug an. Alles klar, sitzt! Udo und Thomas kamen dazu und so konnten der schöne 22 Pfund Halbzeiler sicher gelandet werden. Thomas und Udo gingen leider leer aus und so bauten wir gegen 11 uhr ab. Das Wasser was ich vom Tauchen im Ohr hatte, erinnerte mich noch über eine Woche immer wieder an diese schöne Session.
tight Lines