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„Session in Ostfriesland“ oder „Ein hartes Stück Arbeit“ Da wir die meiste Zeit unsere „Hausgewässer“ befischen, wollten Thomas und Ich (Christian) mal was neues ausprobieren. Und so sollte es für 2 Nächte an ein ostfriesisches Gewässer gehen. Den See hatte ich mir schon am Anfang des Jahres angesehen und wollte ihn noch unbedingt dieses Jahr befischen. 2 Wochen vor der Session fuhren Thomas und Ich dann zu dem See um uns eine Stelle auszusuchen. Wir wurden uns schnell einig, doch mit der Platzwahl traten auch sofort Probleme auf. „Unser“ Platz lag genau gegenüber vom Parkplatz und da man mit dem Auto nicht zu den Plätzen fahren darf, bzw auch nicht kann (Weg ist zu klein) musste eine andere Lösung her, die hieß: Alles in ein Schlauchboot packen und rüber paddeln. Also besorgten wir uns von unserem Kollegen Markus ein 2m Schlauchboot und fütterten die Stellen 2 mal an. Dann war es endlich soweit, Sonntag um 16 Uhr kam Thomas bei mir vorbei und wir fuhren zusammen zu dem See. Schnell das Boot aufgepumpt unsere 2 kleinen dahinter befestigt , die Boote beladen (1 Mann Tackle) und schon konnte die Reise losgehen. Als dann nach 2 mal fahren alles auf unserem Platz lag, ging es auch sofort ans aufbauen. Zelte aufbauen, Sachen verstauen, Ruten beködern usw. Erschöpft von der ganzen Prozedur fielen wir in unsere Stühle und machten uns erstmal was zu essen. Danach ein kühles Bier und der Streß war vergessen. Da saßen wir nun vor dem unbekannten See. Wir hatten keinerlei Infos und so schossen uns tausend Fragen durch den Kopf. Sitzen wir auf dem richtigen Platz? Zuviel oder zu wenig gefüttert? Wie ist der Bestand an Karpfen? Was ist der Rekord? Was Durchschnitt? Was können wir erwarten? So langsam fing es an zu kribbeln und man bekam dieses Gefühl, was man nur an einem unbekannten See bekommen kann. An einem Hausgewässer kennt man die „Hot Spots“, weiß was man erwarten kann aber der richtige Reiz kommt erst auf, wenn man neue Seen befischt. Gegen 23 Uhr legten wir uns dann hin und schliefen trotz der Anspannung recht schnell ein. Um halb 5 dann die erste Aktion bei Thomas. Vereinzelte Pieper. Sofort war uns klar, Brassen, so ein Mist! Und so fand ein ca. 10 Pfund Brassen den Weg in den Kescher. Es nieselte leicht und die Dämmerung setzte ein. Damit schwanden auch unsere Hoffnungen auf einen Karpfen immer mehr. Schnell im Land der Träume wieder angekommen, riss uns 2 Stunden später um 6:30 Uhr der schönste Wecker aus dem Schlaf! Full Run!!! Priiieeeeeeeep!!!!!!!!!!!!! Thomas rannte zu seiner rechten Rute! Anhieb! Sitzt! Nach kurzem Drill konnten wir einen schönen Schuppi von 24 Pfund landen. Geil! Ein paar Fotos gemacht und ab zurück ins Wasser. Zufrieden legten wir uns wieder hin. Klappt doch! Wiederum 2 Stunden später war ich dann dran. 8:30 Uhr „Full Run“ auf meiner rechten Uferrute! Anhieb! Yes, sitzt auch und so landete nach kurzer Zeit der 2 Schuppi von 22 Pfund auf der Matte. 2 Fische über 20 Pfund in der ersten Nacht, wir waren mehr als zufrieden. Jetzt hieß es erstmal in aller Ruhe Frühstücken. Danach beköderten wir die Ruten neu und fütterten die Plätze. Tagsüber blieben unsere Bissanzeiger stumm und so beschäftigten wir uns mit neuen Rigs binden und PVA-Säcken befüllen. Gegen 18:30 Uhr fing es dann erneut an zu regnen und wir zogen uns in unsere Zelte zurück. Der Regen wurde stärker und Thomas rief aus seinem Zelt zu mir herüber: „Wenn wir jetzt nen „Run“ kriegen, werden wir klitschnass“! Es dauerte keine 10 Sekunden und der Swinger vo Thomas rechter Rute schoss hoch!! Das gibt’s doch gar nicht, dachten wir! Und so fand der nächste Schuppi von 23 Pfund den Weg in den Kescher. Die 2 Nacht stand bevor und wir waren fest davon überzeugt noch mindestens einen Karpfen zu fangen. Aber es kam anders. Die Nacht verlief ruhig und so bauten wir gegen 11 Uhr ab. 3 Fische über 20 Pfund an einem unbekannten See, das war mehr als OK für uns. Wir pumpten die Boote auf, ich ging mit meiner Watthose ins Wasser und Thomas gab mir die Sachen an. 1 Tasche, 2 Tasche in dem Moment als Thomas mir die 3 Tasche reichte, gab es einen lauten Knall und das Boot lag innerhalb von 2 Sekunden platt auf dem See! Scheiße!!!! Uns kam sofort der Gedanke:“ Wenn uns das auf dem See passiert wäre?! Unser Tackle hätten wir nie wieder gesehen! Und noch wichtiger, was wäre mit uns passiert? Wir hatten beide Watthosen an, die sofort mit Wasser voll gelaufen wären. Man darf gar nicht drüber nachdenken! Was nu? Zum Parkplatz waren es min. 500m und das ohne Trolley?! Unmöglich! Wir hätten mindestens jeder 4 mal laufen müssen! Zu weit. Wir guckten uns um und sahen die Hauptstraße die hinter uns lag. Aber von der trennten uns 4 Stacheldrahtzäune, 2 Schlöte, ca. 150m Wiese und 30 neugierige Rinder die schon auf unser Tackle warteten. Das war aber die einzige Lösung. Außerdem blieb uns nicht viel Zeit! Nicht weil einer von uns noch einen Termin hatte sondern weil sich rasch ein Gewitter näherte! Der Wind frischte auf und es fing langsam an zu nieseln. Also nichts wie los!! Voll bepackt rannten wir über die Wiese. An der Straße angekommen, schlugen auch schon die ersten Blitze über uns ein und es fing richtig an zu schütten!! Bis auf die Unterwäsche durchnässt, rannten wir noch jeder 3 mal über die Wiese und fuhren klitschnass aber doch irgendwie glücklich nach Hause. Diese Session werden wir garantiert nicht so schnell vergessen!
Christian und Thomas
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